Lesungen im Herbst und Winter

Im September geht es los in Berlin, in Frankfurt und Regensburg geht es weiter im Oktober, dann stehen noch Münster, Tübingen, Köln und Wuppertal auf der Liste – ich freue mich sehr drauf, zu lesen und Vorträge zu halten und dabei spannende und kontroverse Diskussionen zu haben. Schreiben Sie / Ihr mir gerne bei Interesse! Die konkret feststehenden Termine befinden sich unter dem Reiter Termine – im Dezember gibt es für Frauen (egal ob trans, cis, behindert oder nicht, lesbisch, hetero oder bi) sogar die Gelegenheit, ein ganzes Seminar mit mir zu diskutieren und sich mit eigenen Erfahrungen auseinanderzusetzen.

Feministische Psychiatriekritik

Peet Thesing
Feministische Psychiatriekritik
ISBN 978-3-89771-140-2
Erscheinungsdatum: März 2017
unrast transparent – geschlechterdschungel Band 9
© UNRAST-Verlag, Münster
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Das Thema Psychiatriekritik ist schon lange aus dem Blickfeld von Feminist*innen verschwunden. ›Helfende‹ Maßnahmen werden nicht (mehr) gesellschaftskritisch analysiert, auch psychiatrisch-medizinische Ansätze werden nicht auf ihre strukturelle Bedeutung hin befragt – Geschichte scheint es in der Psychiatrie nicht zu geben.

Dabei sind viele Fragen offen: Wie eigentlich entstehen ›psychische Krankheiten‹ in dieser Gesellschaft? Wie wird zwischen krank und gesund (nicht) unterschieden? Wird Homosexualität tatsächlich nicht mehr als Krankheit betrachtet? Womit wird psychiatrische Gewalt begründet? Welche Rolle spielen legale Drogen und Therapien? Hört die feministische Forderung »My body, my choice« bei Essstörungen und Selbstverletzungen auf?

In der vorliegenden Einführung werden psychiatrische Ansätze aus einer gesellschaftskritischen Perspektive hinterfragt. Dabei orientiert sich die Autorin am Wissen Psychiatrie-Erfahrener. Es geht um die Trennung zwischen gesund und krank, um die Entstehung von Diagnosen, um Homosexualität und Hysterie und die Macht der Gutachten. Es wird beschrieben, wie psychiatrische Gewalt funktioniert; Fesselungen und die Verabreichung von Medikamenten werden dabei ebenso analysiert wie psychische Zugriffe.

Abschließend werden Optionen vorgestellt, die Handlungsfähigkeit wieder möglich macht, wenn die Psychiatrie sich nicht als Ort des ›Helfens und Heilens‹ erweist.